About My Work

Mein psychotherapeutischer Hintergrund

Den Problemen auf den Leib rücken!

Carl Rogers und Eugene Gendlin sind die Psychotherapeuten und Lehrer, die mich am meisten beeinflusst haben.

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Eugene Gendlins Focusing-Methode bietet einen einzigartigen Ansatz zur Erforschung unserer inneren Erlebenswelt. Indem sie die Weisheit des Körpers und die Kraft des impliziten Wissens in den Mittelpunkt stellt, eröffnet sie neue Wege des Selbstverständnisses und der persönlichen Veränderung. Focusing lehrt uns, auf die subtilen Signale unseres Körpers zu achten und die darin enthaltenen Botschaften zu entschlüsseln, was zu tiefgreifenden Einsichten und transformativen Erfahrungen führen kann. Als Methode, die Körper und Geist, Intuition und Reflexion verbindet, bleibt Focusing ein wertvolles Werkzeug für alle, die nach einem ganzheitlichen Ansatz zur persönlichen Entwicklung und Problemlösung suchen.

Gendlin betont, dass Focusing ein Prozess ist, bei dem man „Kontakt mit einer besonderen Art des inneren körperlichen Gewahrseins aufnimmt.“ Dieser Prozess involviert mehrere Schritte, die darauf abzielen, den Felt Sense zu einer bestimmten Situation oder einem Problem entstehen zu lassen, ihn zu erkunden und die darin enthaltenen Einsichten zu entfalten.

Ein wesentlicher Aspekt dieses Prozesses ist die Beziehung zwischen Körper und Bedeutung. Gendlin argumentiert: „Der Körper kennt die Situation direkt. Der Körper ist die Situation.“ Diese Aussage unterstreicht die tiefe Verbindung zwischen unseren körperlichen Empfindungen und unserem Verständnis von Lebenssituationen. Im Focusing-Prozess lernen wir, auf diese körperliche Weisheit zu hören und sie als Quelle von Einsicht und Führung zu nutzen.

Eugene Gendlin während eines Interviews, das H.J. Feuerstein und Dieter Müller im Auftrag von PSYCHOLOGIE HEUTE geführt haben.
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Was treibt mich an?

Ich hatte das Glück, dass viele meiner Interessen wie Reisen, griechische Mythologie und Philosophie, psychologische Fragestellungen (z.B. wie funktionieren wir Menschen) in meiner beruflichen Tätigkeit gelebt werden konnten und immer noch können. Neben meiner psychotherapeutischen Tätigkeit engagiere ich mich seit mehr als 30 Jahren aktiv hinsichtlich der Vermittlung und Verbreitung des Focusing Ansatzes. Außerdem möchte ich dazu beitragen, dass die Menschen lernen, mit ihren eigenen Träumen produktiv und weiterführend umzugehen.
Ich biete regelmäßig, sowohl für Laien als auch für Fachkräfte, Vorträge und Seminare zum Thema Träume, Innerer Kritiker und Focusing an.

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Persönliche Interessen

Ich bin seit vielen Jahren „Philhellene“, also ein großer Freund Griechenlands, lebe auch zeitweise auf Milos, einer griechischen Insel, lese viel über die griechische Mythologie und Philosophie, mache dort gerne Radtouren im Winter und schwimme viel im Sommer. Ich arbeite an Projekten, wie man mythologische Themen mit Psychotherapie erfolgreich verbinden kann. Im Übrigen habe ich von 1998 bis 2002 Focusing nach Griechenland gebracht und in vielen Trainings und Workshops dort die Basis für eine heute sehr lebendige und große Focusing Gemeinde geschaffen.

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Philosophischer Hintergrund

Gendlins Focusing-orientierte Philosophie bietet eine innovative Sicht auf den menschlichen Erlebensprozess. Sie betont, dass bedeutungsvolle Erkenntnisse aus dem direkten körperlichen Erleben kommen, das über das hinausgeht, was intellektuell sofort zugänglich ist. Focusing ermöglicht es, diese vagen, körperlichen Empfindungen bewusst zu machen und neue Fähigkeiten zu schaffen, was zu persönlichem Wachstum und tieferer Selbsterkenntnis führt. Dieser Ansatz stellt eine Brücke zwischen Philosophie, Psychologie und Therapie dar und betont den kontinuierlichen Prozess der Bedeutungsfindung und Veränderung.

Eugene Gendlins Experiencing and the Creation of Meaning: A Philosophical and Psychological Approach to the Subjective (1962, 1997) bietet eine tiefgründige Untersuchung darüber, wie Menschen Bedeutung aus ihren subjektiven Erfahrungen schaffen. Es ist sowohl ein philosophisches als auch psychologisches Werk, das zeigt, wie Erleben und Sprache interagieren, um neue Erkenntnisse zu generieren. Hier sind die zentralen Ideen des Buches zusammengefasst:

1. Das Konzept des „Erlebens“

Gendlin argumentiert, dass menschliches Erleben eine primäre, direkte, aber oft unklare und prä-konzeptionelle Kunst des Wissens ist. Das Erleben geht über das hinaus, was bereits in Worten oder Konzepten ausgedrückt ist. Dieses unmittelbare Erleben nennt er den „felt sense“ – ein vages, aber körperlich wahrnehmbares Gefühl, das eine bedeutungvolle Erfahrung repräsentiert, bevor sie bewusst gemacht wird.

2. Bedeutung und Sprache

Gendlin zeigt, dass Bedeutung nicht nur durch bereits vorhandene Begriffe und Konzepte geschaffen wird, sondern aus dem Körpererleben heraus entsteht. Er nennt dies den „präkonzeptuellen“ Aspekt der Erfahrung. Durch den „felt sense“ können Menschen neue Ideen erschaffen, indem sie das, was sie körperlich spüren, in Worte fassen und reflektieren.

Sprache ist in diesem Prozess nicht statisch, sondern dynamisch: Sie entwickelt sich durch die Interaktion mit dem körperlichen Erleben. Dies bedeutet, dass Sprache nicht nur ausdrückt, sondern neue Formen erschafft, indem sie den „felt sense“ artikuliert.

3. Die Rolle des Körpers

Der Körper spielt in Gendlins Philosophie eine zentrale Rolle als Ort, an dem entstehen. Körperliches Empfinden ist der Ursprung von Sinn, bevor es sprachlich und bewusst gemacht wird. Der Körper „weiß“ Dinge, die der Verstand noch nicht formuliert hat. Dies eröffnet eine neue Perspektive auf den Prozess des Denkens: Er ist nicht rein kognitiv, sondern auch körperlich verankert.

4. Der Prozess der Bedeutungsfindung

Der Prozess der Bedeutungsschaffung besteht laut Gendlin aus mehreren Schritten: Zuerst gibt es das körperliche Erleben (den „felt sense“), das oft vage und schwer fassbar ist. Dann folgt die Suche nach passenden Worten, die mit diesem Erleben in Resonanz treten. Dies ist ein kreativer Prozess, bei dem die Person oft spürt, ob ein bestimmtes Wort oder eine Beschreibung stimmig ist oder nicht. Wenn eine passende Formulierung gefunden wird, wird der „felt sense“ klarer und die Erfahrung erhält eine bewusste Bedeutung.

5. Neue Identität und Veränderung

Ein zentrales Anliegen Gendlins ist die Möglichkeit, durch diesen Prozess nicht nur bestehende Konditionen zu verstehen, sondern auch neue Kreationen zu schaffen. Durch den bewussten Zugang zu vagen Gefühlen und das Finden der richtigen Worte können Menschen ihre Erfahrungen und Perspektiven verändern. Dieser Prozess führt zu persönlichem Wachstum und Veränderung.

6. Unterscheidung von Logik und Erleben

Gendlin betont auch, dass Logik und sprachliche Konzepte oft unzureichend sind, um die ganze Tiefe des menschlichen Erlebens zu erfassen. Er unterscheidet sich zwischen formalen, logischen Strukturen, die bereits bekannte Bedeutungen ausdrücken, und dem Erleben, das ständig im Fluss ist und Neues hervorbringen kann. Während formale Logik sich auf bestehende entwickelt, ist das Erleben eine Quelle der Kreativität und der Veränderung.

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